Die sanierteOrgel in St. Josef Erfurt

Seit dem Jahr 1973 hat die Orgel in St. Josef mit seinen 11 klingenden Registern ihren Dienst getan. Nach diesen mehr als 45 Jahren ständigen Gebrauchs hat sich ein vielfältiger technischer Verschleiß aufgetan, der einer dringenden Generalüberholung bedurfte.

 

Neben der Generalüberholung der Orgel erfolgte auch eine Erweiterung um drei klingende Register. Nach Beratung zwischen den Organisten und dem Orgelsachverständigen des Bistums Erfurt konnte dem Kirchenvorstand unter Beibehaltung der bisherigen Disposition mit folgenden klingenden Register

 

Traversflöte 8‘

Salicional      4‘

Schalmey     8‘

 

ein Vorschlag zur Generalreparatur unterbreitet werden.

Damit ergab sich folgende Disposition für die Orgel:

 

I.                    Manual

Rohrflöte              8‘

Oktave                  4‘

Nasat                    2 2/3‘

Mixtur IV              1 1/3‘

II.                  Manual

Holzgedackt         8‘

Spillpfeife             4‘

Principal               2‘

Sesquialter            2 2/3‘

                   Traversflöte         8‘ (neu)

            Salicional                     4‘ (neu)

Schalmey               8‘ (neu)

Tremulant

Pedal

            Subbass                       16‘

                   Bassflöte                8‘

            Quintade                4‘

 

Nach Klärung des zur Verfügung stehenden finanziellen Rahmens und Beschluss durch den Kirchenvorstand, eine Bezuschussung durch das Bistum Erfurt erfolgte nicht, konnte eine Ausschreibung über die Eckdaten der Generalreparatur mit Orgelbaufirmen vorgenommen werden. Die Orgelbaufirma Hey aus Urspringen in der Rhön überzeugte mit einer technischen Lösung, die den Überlegungen der Entscheidungsträger Rechnung trug. Im Mai erhielt die Orgelbaufirma Hey den Zuschlag.

 

Mit dieser Generalreparatur waren bautechnische Anforderungen verbunden, die eine bessere Begehbarkeit der Orgel für das Stimmen der einzelnen Register und Wartungsarbeiten notwendig machten. Zur Umsetzung dieser Anforderungen erfolgte ein Vorrücken des Orgelgehäuses um 60 cm, damit Platz für eine weitere Windlade, auf die die drei neuen Register aufgesetzt wurden, zu schaffen. Wie im Kirchenraum erkennbar, hatte das Vorrücken der Orgel zu keiner optischen Änderung des Gesamtbildes der Kirche geführt.

 

Die technische Umsetzung basiert auf der bisherigen mechanischen Ton- und Registertraktur der ursprünglichen Orgel, die mit einer zusätzlichen elektrischen Windlade erweitert wurde, um die drei neuen klingenden Register einzupassen.

 

Mit der Intonation der Orgel, die im Januar 2020 durchgeführt werden konnte, kam die Generalreparatur zum Abschluss. Mit der Intonation des Orgelwerkes erfolgte die Einpassung des Klangbildes der Orgel in den Kirchenraum. Alle klingenden Register wurden dabei auf ein optimales Gesamtklangbild abgestimmt. Das heißt: Wie in einem Orchester müssen alle Instrumente nicht nur auf einheitliche Tonhöhe ausgerichtet sein, sondern auch das Klangbild optimal den räumlichen Gegebenheiten angepasst werden.

 

Am Samstag, dem 18. Januar 2020, wurde die nunmehr renovierte Orgel durch den Orgelsachverständigen KMD Prof. Silvius von Kessel im Beisein der Verantwortlichen der Orgelbaufirma Hey abgenommen. Im Anschluss der Abnahme konnte in der Sonntagvorabendmesse die Orgel durch Pfarrer Dr. Schönefeld gesegnet werden und in diesem Festgottesdienst ihre klangliche Vielfalt erklingen.

 

Mit dem Ergebnis der Generalreparatur und Intonation konnte insgesamt eine Verbesserung des Orgelklangs im Kirchenraum erzielt werden. Dank der drei neuen Register, die technisch durch Sub- und Superkoppeln erweitert sind, erklingen die Register voluminöser und abwechslungsreicher. 

 

Im Abnahmegutachten des Orgelsachverständigen des Bistums Erfurt heißt es: „Die Orgelbaufirma Hey hat mit relativ begrenzten Mitteln ein deutlich aufgewertetes Orgelwerk in der Kirche St. Josef in Erfurt geschaffen: Die Verbindung einer mit einfachen Mitteln erbauten Orgel der Firma Schönefeld (1973) mit einer moderaten, dabei jedoch klanglich hocheffizienten Ergänzung. Ich möchte der Gemeinde hierzu herzlich gratulieren!“

 

Somit ergibt sich mit dieser Erweiterung der klingenden Register und der damit verbundenen Spielhilfen eine bessere musikalische gottesdienstliche Begleitung und Ausgestaltung der Gemeindegesänge.

 

Noch einige technische Daten:

Die Orgel besteht aus:

 

a)      Drei Werke: 2 Manuale und ein Pedal (bisherige Orgel)

b)      Viertes Werk: beinhaltet die neuen klingenden Register sowie neue Spielhilfen, die die Registriermöglichkeiten der Orgel erweitern

 

Die Orgel enthält 1.402 Pfeifen.

 

Michael Lorenz

Organist

 

                                                                                                                              

Impressionen der Orgelsanierung und des fertigen Instrumentes

Bilder: Andreas Sturm

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